Erneuerbare Energien in Tschechien
Auch in der Tschechischen Republik wird für Investoren der Sektor der erneuerbaren Energiequellen zunehmend attraktiver. Zwar sank der prozentuale Anteil der erneuerbaren Energien im Bezug auf die gesamte Stromversorgung Tschechiens auf 4,5%, jedoch muss der Anteil auf mindestens 8% ansteigen. Grund hierfür ist die Verpflichtung des Staates im Rahmen Seines EU-Beitritts diese Marke bis 2010 erreicht zu haben.
Vor allem die Energiegewinnung durch Biomasse und die Stromerzeugung aus Biogas ist in Tschechien heute schon weit verbreitet und besitzt darüber hinaus großes Potenzial, da genügend Ressourcen zur Verfügung stehen und eine staatliche Unterstützung gewährleistet ist. Ihr Anteil an der Nutzung erneuerbarer Energien zur Erzeugung von Strom und Wärme betrug etwa 90 %. Zwei Drittel der gesamten energetisch genutzten Biomasse kommen der Wärmeproduktion zu Gute. Bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien betrug der Anteil an fester Biomasse zirka 19 %. Insbesondere Landwirte greifen auf dieses Form der Energiegewinnung zurück und verdienen so zusätzliches Geld. Entweder kann dann der elektrische Strom an den Betreiber des Verteilernetzes zu einem festen, jährlich durch die Energieregulierungsbehörde festgelegten Ankaufspreis verkauft werden. Oder man entscheidet sich für die sogenannten grünen Boni. In diesem Fall verkauft der Anlagebetreiber Strom an beliebige Kunden zum Marktpreis oder verbraucht den erzeugten Strom selbst und erhält vom Betreiber des Verteilernetzes eine Vergütung in der von der Energieregulierungsbehörde festgesetzten Höhe („grüner Bonus“).
Auch die Photovoltaik-Produktion zählt zu den ausbaufähigen neuen Energieformen und befindet sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Bereits im ersten Quartal des Jahres 2008 erhöhte sich die kommerzielle Nutzung enorm und auch als Produktionsstandort für Photovoltaik-Module bietet Tschechien viele Vorteile. Sowohl die immer niedriger werdenden Anschaffungskosten als auch die steigende Effizienz der Anlagen machen diese für Investoren attraktiv. Auch die geringere Abhängigkeit vom Wetter ist ein Vorteil, den die Solarenergie gegenüber der Wasserkraft hat.
Bei kleinen Wasserkraftwerken ist für Unternehmer größtenteils die Modernisierung bereits bestehender Anlagen lohnend. Hierbei spielt vor allem die Erneuerung von Turbinen und die Wiederinbetriebnahme von alten und stillgelegten Kraftwerken eine große Rolle. In der Tschechischen Republik haben sie den größten Anteil an der Stromproduktion aus den erneuerbaren Energien. Schwierig jedoch ist hierbei die Standortsuche und es muss mit der Möglichkeit nicht ausreichender Wassermengen gerechnet werden.
Nicht realisierbar hingegen sind viele große Projekte bei denen Windkraftanlagen gebaut werden sollen. Hierbei findet zumeist ein erheblicher Eingriff in die Landschaft statt, woraus sehr häufig lange Rechtsstreitigkeiten zwischen den Befürwortern und Naturschützern entstehen. Der Gesichtspunkt des Landschaftsschutzes bildet deswegen eine gesetzmäßige Begründung abschlägiger Entscheidungen der Behörden.
Finanzielle Anreize sind auch neben den öffentlichen Förderungen, die ja nach Energiequelle variieren, die steuerlichen Vorteile. Nicht zuletzt unterstützt der Staat die umweltschonende Gewinnung von Energie. So wird eine einmalige Unterstützung aus öffentlichen Mitteln getätigt, über dessen Vergabe das Umweltministerium und das Wirtschaftsministerium entscheiden.
Insgesamt gibt es eine große Bandbreite an verschiedenen Möglichkeiten für Investoren auf dem Energiemarkt. Und die natürlichen Energien bzw. erneuerbaren Energiequellen sind hierbei sicher geeignet sowohl für eher konservative Anleger, als auch für Anleger, die unternehmerische Risiken nicht scheuen. Die Zukunft gehört auf jeden Fall diesen „alternativen“ Quellen der Stromversorgung.
